"Julius Mendheim" von Arno Nickel
"Julius Mendheim" von Arno Nickel
Frank Hoppe

Vier bis fünf Jahre haben die (natürlich nicht tagtäglichen) Recherchen gedauert, dann hatte Arno Nickel genügend Material zusammen um sein Buch über Julius Mendheim fertigzustellen. Nicht alle Geheimnisse konnte Nickel lüften über den "zweifellos stärksten Schachspieler Deutschlands im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts", wie der gebürtige Leipziger Schachmeister Jacques Mieses in der Jüdischen Rundschau am 20. November 1936 schrieb. Dieses Zitat findet sich auf Seite 203 des Buches, wo Nickel einen Auszug des Mieses-Textes "Zur Erinnerung an Julius Mendheim" wiedergibt. Zurecht versah Nickel den Untertitel seines Buches mit einem Hinweis auf "einen genialen Schachmeister des frühen 19. Jahrhunderts". Über sehr viel Respekt vor dem Können und den Leistungen Mendheims zeugt auch ein Nachruf in der Vossischen Zeitung von einem J. M., den Nickel als Julius Minding (1808 - 1850) identifiziert.

Akiba Rubinstein und Jefim Bogoljubow in Berlin
Akiba Rubinstein und Jefim Bogoljubow in Berlin
DSB-Archiv

Vor wenigen Tagen erreichte den Deutschen Schachbund das nebenstehende Foto per Briefpost. Es zeigt Akiba Rubinstein und Jefim Bogoljubow bei einem internationalen Schachturnier in Berlin. Es soll die "Entscheidungspartie" sein. Doch das Foto ist offensichtlich gestellt. Es sind keine Partieformulare zu sehen und die Stellung entspricht auch nicht einer aus der entscheidenden Partie beim Berliner Meisterturnier 1926. Hier gewann tatsächlich Bogoljubow vor Rubinstein, wie die Bildunterschrift verrät.

Stolperstein für die 1944/45 in Auschwitz ermordete Hedwig Harrwitz
Wikimedia Commons

Als ich vor rund fünf Jahren im Jahrgang 1927 der Deutschen Schachzeitung stöberte, war ich nicht schlecht überrascht, einen Hinweis auf eine Berliner Damenmeisterschaft im selben Jahr zu finden. Bis dahin kam ich bei meinen Recherchen lediglich zurück bis ins Jahr 1933 als Fräulein Martha Daunke den Titel gewinnen konnte.

Der Name Hedwig Harrwitz war mir bisher lediglich bekannt in Zusammenhang mit dem Weltklassespieler des 19. Jahrhunderts, Daniel Harrwitz. Ist Hedwig eine Verwandte von Daniel?

Ludwig Bachmann und Kaspar Hofmann
DSZ Januar 1917

Im Kopf der Schachgeschichte-Seiten sind zwei ältere Herren aus einer verflossenen Zeit zu sehen, deren Gesicht nur wenigen geläufig sein wird. Links Ludwig Bachmann und rechts Kaspar Hofmann.
Beim Namen Bachmann fällt bei geschichtsinteressierten Schachspielern schnell der Groschen. Seine Schachjahrbücher in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind weltweit bekannt geworden.
Hofmann dagegen dürfte selbst Insidern unbekannt sein. Dabei führte er gemeinsam mit Bachmann die Schachspalte im "Schwäbischen Postboten", dem Augsburger Schachblatt.

Die Brandenburgische Schachzeitung erschien nur drei Jahre lang von 1924 bis 1926. Herausgeber im Namen des Brandenburgischen Schachverbandes war der spätere Reichsleiter Schach im Großdeutschem Schachbund, Otto Zander. Der Berliner Verleger und Schachorganisator Bernhard Kagan übernahm den Druck.

Durch eine zufällige Internetsuche landete ich vor einigen Tagen beim Händler Matthias Fruth von schachundmuenzen.de, wo einige Exemplare für 14,80 € das Heft angeboten wurden.