April 1905

Der Allgemeine Schachbund, welcher die "Berliner Schachgesellschaft", den "Berliner Schachverein", Schachklub "Springer", Schachklub "Turm", Schachklub "Anderssen", Schachklub "Berlin-Nord", Schachklub "Walbrodt" und "Rixdorfer Schachverein" umfaßt, hält auch in diesem Jahre ein Turnier ab, das am 29. April beginnt. Das Turnier ist für sämtliche Bundesmitglieder offen und wird diesmal, um auch schwächeren Spielern Gelegenheit zur Teilnahme und Aussicht auf Erfolg zu geben, in vier Klassen von höchstens 12 Teilnehmern gespielt; bei Mehranmeldungen werden weitere Abteilungen gebildet. Gespielt wird Dienstag und Sonnabend abends im Königstadt-Kasino, Alexanderstraße 21 (am Stadtbahnhof Jannowitzbrücke).

28. September 1905

Der "Allgemeine Schachbund" hielt am 28. September im Lokal des Berliner Schachvereins seine Mitgliederversammlung ab. Den Jahresbericht erstattete Herr W. Pape. Der Bund zählt gegenwärtig 396 Mitglieder, welche sich wie folgt verteilen: 1 Gönner (J. Bierbach), Schachgesellschaft 131, "Springer" 113, "Turm" 45, Schachverein 36, "Anderssen" 24, "Walbrodt" 18, "Nord" 15, Rixdorfer Schachverein 13. In den Bundesvorstand wurden gewählt: 1. Vorsitzender W. Pape, 2. Vorsitzender F.W. Leonhardt, 3. Vorsitzender F. Bretschneider, 1. Schriftführer Professor Simon, 2. Schriftführer H. Friedrich, 1. Schachwart Dr. Böhmer, 2. Schachwart A. Wagner. Als Schatzmeister fungieren wie bisher weiter J. Reichenheim und H. Ranneforth.

Für den Winter ist ein Turnier für erstklassige Spieler mit Gesamtpreisen von 600 M in Aussicht genommen. Das Turnierkomitee besteht aus den Herren W. Pape, F.W. Leonhardt, Dr. M. Lewitt, H. Spieß und Professor Simon.

10. November 1905

Der Berliner Schachverein verliert einen Wettkampf gegen den SC Anderssen mit 8:10 bei 2 Remis.

12. April 1906

Das Winterturnier des Berliner Schachvereins hatte folgendes Resultat. In der ersten Klasse (19 Teilnehmer) errang auf glänzende Weise Herr A. Wagner den I. Preis (50 M). Er erreichte 15½ Gewinnzähler (von 18 gespielten Partien). Den II. und III. Preis teilten Walter I und O. Wegemund mit 13 Gewinnzählern, den IV. Preis gewann Rechtsanwalt S. Löwy (12½), den V. Preis Dr. Dinge (12), den VI. und VII. Preis teilten Koslowski und Spieß (je 11½). Die Preisverteilung, verbunden mit einem gemütlichen Damenabend, fand am 12. April im Vereinslokal (Krebs Hotel, Niederwallstraße 11) statt.

Sommer 1906

Im "Berliner Schachverein von 1876" wurde im abgelaufenen Sommer ein Viererkampf zwischen den stärksten Spielern des Vereins ausgefochten. Jeder hatte mit jedem vier Partien zu spielen. Den I. Preis errang mit 8 Gewinnzählern A. Wagner, den II. Preis Dr. Dinge (6½), den III. Preis H. Walter (5½), den IV. Preis O. Wegemund (4). Ein Wettkampf zwischen Dr. Dinge und A. Wagner auf 7 Gewinnpartien endete mit 7:3 zugunsten Wagners.

Juni 1922

Die Berliner Schachgesellschaft, die mit den meisten europäischen Ländern bereits wieder in lebhaftem Schachverkehr steht und in nächster Zeit noch mehrere Kämpfe gegen ausländische Mannschaften auszutragen hat, hat jetzt auch die transatlantischen Beziehungen wieder aufgenommen. In Verhandlungen zwischen José Perez Mendoza, dem Ehrenpräsidenten des Argentinischen Schachklubs und E. Post, dem Vorsitzenden der Berliner Schachgesellschaft, bei denen Dr. Emanuel Lasker eifrig mitwirkte, ist für einen Sonntag im Oktober ein telegraphischer Schachwettkampf Berlin - Buenos Aires vereinbart worden.
Zu Ehren des 80. Geburtstages des ältesten Ehrenmitgliedes des Vereins findet gegenwärtig unter dem Namen "Georg Behrend-Turnier" ein Zweirundenkampf zwischen John, Plönnigs, Post, Schlage und Zander statt.
Ahues, der Sieger der Klubmeisterschaft für 1922, hat gegen Dr. Dührssen, den zweiten des Turniers, einen Wettkampf von 6 Partien mit 4 Siegen und 2 Remisen überlegen gewonnen.

14. Januar 1906

Der telephonische Schachwettkampf Berlin-Nürnberg kam heute zum Austrag; er blieb mit 3:3 bei 4 Remisen unentschieden. Die Anregung zu der Veranstaltung hatte der Berliner Schachverein gegeben. In dem vom Berliner Magistrat im Rathause zur Verfügung gestellten Saale wurde auf zehn Brettern gleichzeitig gespielt. Die Bedenkzeit war auf 20 Züge in der Stunde festgesetzt. Das Schiedsgericht bestand aus Dr. Lasker und Dr. Lewitt.

18. Januar 1906

Für die Niederlage, die sich der Berliner Schachverein am 10. November v. J. gegen den Schachverein "Anderssen" holte (8:10 bei 2 Remisen), hat er heute blutige Rache genommen. Der Berliner Schachverein siegte mit 16½:4½.

1. März 1906

Der Berliner Schachverein, der erst kürzlich durch seinen telephonischen Wettkampf mit dem Nürnberger Tarraschklub rühmlichst an die Öffentlichkeit getreten ist, hielt heute in seinem Spiellokal, Krebs' Hotel, Niederwallstraße 11, seine Generalversammlung ab. In den Vorstand wurden gewählt: E. Worbs, 1. Vorsitzender; A. Wagner, 2. Vorsitzender; O. Wegemund, Kassierer: Walter II., 1. Schriftführer; W. Haertel, 2. Schriftführer; H. Dörscher, Bibliothekar. Das Winterturnier mit 20 Teilnehmern, das größte in Berlin stattfindende, wird in kurzer Zeit beendet sein.

17. März 1906

Heute feierte der Berliner Schachverein in den Concordiasälen sein 30. Stiftungsfest.