Aus der Chronik von 1970

Die Berliner Schachgesellschaft nach dem 1.Weltkrieg

Juni 1922

Die Berliner Schachgesellschaft, die mit den meisten europäischen Ländern bereits wieder in lebhaftem Schachverkehr steht und in nächster Zeit noch mehrere Kämpfe gegen ausländische Mannschaften auszutragen hat, hat jetzt auch die transatlantischen Beziehungen wieder aufgenommen. In Verhandlungen zwischen José Perez Mendoza, dem Ehrenpräsidenten des Argentinischen Schachklubs und E. Post, dem Vorsitzenden der Berliner Schachgesellschaft, bei denen Dr. Emanuel Lasker eifrig mitwirkte, ist für einen Sonntag im Oktober ein telegraphischer Schachwettkampf Berlin - Buenos Aires vereinbart worden.
Zu Ehren des 80. Geburtstages des ältesten Ehrenmitgliedes des Vereins findet gegenwärtig unter dem Namen "Georg Behrend-Turnier" ein Zweirundenkampf zwischen John, Plönnigs, Post, Schlage und Zander statt.
Ahues, der Sieger der Klubmeisterschaft für 1922, hat gegen Dr. Dührssen, den zweiten des Turniers, einen Wettkampf von 6 Partien mit 4 Siegen und 2 Remisen überlegen gewonnen.

Zum Kongreß des Deutschen Schachbundes in Oeynhausen sind für das Meisterturnier gemeldet worden: Ahues, John, Post, Schlage, Zander (Schachgesellschaft), Wegemund (Schachverein); für das Hauptturnier: Hartmann, Kipke, Richter (Springer), Rotenstein (Schachverein), Hoffmann (Wilmersdorf). Die Schachgesellschaft hat also auf Bewerbung um eine neue Meisterwürde im Hauptturnier verzichtet.

Das Sommerfest des Berliner Schachverbandes in Tegel fand trotz ungünstigen Wetters zahlreiche Beteiligung und nahm unter Leitung des Tegeler Schachvereins Springer einen glänzenden Verlauf. Nach einer dreistündigen Motorbootfahrt auf den Tegeler Gewässern wurde im Strandschloß bis zum Abgang der letzten Züge eifrig geschacht und getanzt.

Quelle

Deutsche Schachblätter Nr. 7, 15.Juli 1922, S. 111

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