16 Deutsche Meister mit Ex-Bundestrainer Uwe Bönsch (hinten, 2.v.l.), Gerhard Köhler (hinten, 1.v.r.), Paul Werner Wagner (2.v.r.) und Thomas Weischede (3.v.r.)
16 Deutsche Meister mit Ex-Bundestrainer Uwe Bönsch (hinten, 2.v.l.), Gerhard Köhler (hinten, 1.v.r.), Paul Werner Wagner (2.v.r.) und Thomas Weischede (3.v.r.)
Frank Hoppe

Am 3. Oktober 1990 wurden die beiden deutschen Staaten Deutsche Demokratische Republik (DDR) und Bundesrepublik Deutschland (BRD) zur Bundesrepublik Deutschland wiedervereint. Vier Tage zuvor vereinten sich in Leipzig bereits die beiden deutschen Schachverbände zu einem gemeinsamen Verband. In Leipzig hatte 1989 mit vielen Demonstrationen auch die "stille" Revolution begonnen, die mit zum Zerfall des sozialistischen Systems in der DDR führte.

30 Jahre später kehrten die Schachspieler an diesen geschichtsträchtigen Ort zurück. Gerhard Köhler und seine Schachstiftung GK gGmbH und der Verein „Kinderschach in Deutschland“, dessen Präsident er ist, hatten sich für die Jubiläumsfeierlichkeiten etwas Besonderes einfallen lassen. Alle noch lebenden Meister von DDR-, BRD- und gesamtdeutschen Meisterschaften sollten nach Leipzig eingeladen werden um dort in einem Turnier gegeneinander zu spielen. Umrahmt werden sollte das Turnier von zwei Simultanveranstaltungen und einer Stadtrundfahrt durch die schöne Messestadt an den Flüssen Weiße Elster, Pleiße und Parthe. Am Abend vor dem Turnier trafen sich die deutschen Meister und viele Gäste im Restaurant Felix über den Dächern der Stadt, um ihr Wiedersehen zu feiern und sich viele Anekdoten aus vergangenen Zeiten zu erzählen.

"Julius Mendheim" von Arno Nickel
"Julius Mendheim" von Arno Nickel
Frank Hoppe

Vier bis fünf Jahre haben die (natürlich nicht tagtäglichen) Recherchen gedauert, dann hatte Arno Nickel genügend Material zusammen um sein Buch über Julius Mendheim fertigzustellen. Nicht alle Geheimnisse konnte Nickel lüften über den "zweifellos stärksten Schachspieler Deutschlands im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts", wie der gebürtige Leipziger Schachmeister Jacques Mieses in der Jüdischen Rundschau am 20. November 1936 schrieb. Dieses Zitat findet sich auf Seite 203 des Buches, wo Nickel einen Auszug des Mieses-Textes "Zur Erinnerung an Julius Mendheim" wiedergibt. Zurecht versah Nickel den Untertitel seines Buches mit einem Hinweis auf "einen genialen Schachmeister des frühen 19. Jahrhunderts". Über sehr viel Respekt vor dem Können und den Leistungen Mendheims zeugt auch ein Nachruf in der Vossischen Zeitung von einem J. M., den Nickel als Julius Minding (1808 - 1850) identifiziert.

Akiba Rubinstein und Jefim Bogoljubow in Berlin
Akiba Rubinstein und Jefim Bogoljubow in Berlin
DSB-Archiv

Vor wenigen Tagen erreichte den Deutschen Schachbund das nebenstehende Foto per Briefpost. Es zeigt Akiba Rubinstein und Jefim Bogoljubow bei einem internationalen Schachturnier in Berlin. Es soll die "Entscheidungspartie" sein. Doch das Foto ist offensichtlich gestellt. Es sind keine Partieformulare zu sehen und die Stellung entspricht auch nicht einer aus der entscheidenden Partie beim Berliner Meisterturnier 1926. Hier gewann tatsächlich Bogoljubow vor Rubinstein, wie die Bildunterschrift verrät.

Stolperstein für die 1944/45 in Auschwitz ermordete Hedwig Harrwitz
Wikimedia Commons

Als ich vor rund fünf Jahren im Jahrgang 1927 der Deutschen Schachzeitung stöberte, war ich nicht schlecht überrascht, einen Hinweis auf eine Berliner Damenmeisterschaft im selben Jahr zu finden. Bis dahin kam ich bei meinen Recherchen lediglich zurück bis ins Jahr 1933 als Fräulein Martha Daunke den Titel gewinnen konnte.

Der Name Hedwig Harrwitz war mir bisher lediglich bekannt in Zusammenhang mit dem Weltklassespieler des 19. Jahrhunderts, Daniel Harrwitz. Ist Hedwig eine Verwandte von Daniel?

Ludwig Bachmann und Kaspar Hofmann
DSZ Januar 1917

Im Kopf der Schachgeschichte-Seiten sind zwei ältere Herren aus einer verflossenen Zeit zu sehen, deren Gesicht nur wenigen geläufig sein wird. Links Ludwig Bachmann und rechts Kaspar Hofmann.
Beim Namen Bachmann fällt bei geschichtsinteressierten Schachspielern schnell der Groschen. Seine Schachjahrbücher in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind weltweit bekannt geworden.
Hofmann dagegen dürfte selbst Insidern unbekannt sein. Dabei führte er gemeinsam mit Bachmann die Schachspalte im "Schwäbischen Postboten", dem Augsburger Schachblatt.